Illustation
Logo
Dr. Thomas Matschurat
Steinkirchnerstraße 8
82166 Graefelfing
Tel. : (089) 8982650
Fax.: (089) 89826598
Linktext
Unsere Praxishomepage
Vitiligo
Ursachen
Unsere Therapie
Unsere Therapeutika
Repigmentierung
Kosten
Nebenwirkungen?
Heilung?
Schlußbem
Was ist OM?
Worterklärun
Vitiligo Ursachen und Therapie
Gästebuch
email
Illustration
     !!!  Wichtiger Tip bevor Sie weiterlesen  !!!:
Wir haben eine neue Hompage, die diese ältere Version ersetzt. Wollen Sie nicht gleich wechseln zu www.vitiligo-vitiligo.de ? Dort finden Sie die gleichen Informationen wie hier, nur aktueller, übersichtlicher und ein bisschen mehr. 
Illustration
      Mehr Informationen über unsere Praxis:
Wünschen Sie mehr Informationen über Grundsätzliches zu unseren Behandlungsmethoden und über unsere Praxis? Dann besuchen Sie bitte unsere Praxishomepage unter:
 www.praxis-orthomolekularmedizin.de
Illustration
      Orthomolekulare Behandlung der Vitiligo in einer orthomolekular orientierten Allgemeinpraxis
Anmerkung: dem medizinischen Laien sei zum Besseren Verständnis ein Blick auf das Glossar am Ende dieses Aufsatzes empfohlen, das einige Fachausdrücke verständlich macht.
Illustration
      Ursachen der Vitiligo und deren „schulmedizinische“ Behandlung.
Über die vermutlichen, unterschiedlichen möglichen Ursachen der Vitiligo haben Sie im Verlauf Ihrer Erkrankung von verschiedenen Seiten, z.B. durch Ihren Hautarzt schon einiges gehört. Da wir bei der Erläuterung unseres Therapiekonzeptes in unserer Allgemeinpraxis auf die möglichen Maßnahmen zur Minderung des die Vitiligo begünstigenden Einflusses dieser Ursachen eingehen werden, möchte ich dies zunächst doch kurz aufzählen:
1. Genetische Ursache
2. Autoimmunprozeß
3. Nervo- (Neuro-) cutane Entkoppelung
4. Nervogene (Neurogene)Toxinwirkung
5. Traumatische Schädigung, zum Beispiel nach starkem Sonnenbrand
6. Oxidativer Stress/Radikalentheorie

zu 1.:
Eine genetische Disposition in einer großen Anzahl von Fällen ist anzunehmen, da die Vitiligo häufig familiär Auftritt. Da dieses familiäre Auftreten aber nicht zwangsläufig zur Vitiligo-Erkrankung vieler Familienmitglieder führt, wird angenommen, daß mehrere Erbfaktoren gleichzeitig in Kombination an die Nachkommen weitergegeben werden müssen, um das Bild der Vitiligo phänotypisch zu erzeugen, was aber nicht immer vollständig geschieht.

zu 2.:
Die Vitiligo wird häufig in Kombination mit einer bestimmten Schilddrüsenerkrankung beobachtet, nämlich der Hashimoto Thyreoiditis, die ebenfalls eine Autoimmunerkrankung ist. Eine Autoimmunerkrankung ist eine solche, bei der vereinfacht ausgedrückt, das Immunsystem körpereigene, Gewebe angreift und diese schädigt, möglicherweise aber auch nur bestimmte Enzyme schädigt und diese unwirksam werden läßt.

Zu 3.:
Die Vitiligo wird gelegentlich auch bei Menschen gesehen, die an degenerativen Nervenerkrankung leiden.

Zu 4.: Möglicherweise kann es nach intensivem oder länger andauerndem Streß zur Ausschüttung von Toxinen (Giftstoffen) kommen, die vom Nervengewebe ausgehen könnten und die zur Zerstörung von Melanozyten führen. Man vermutet dies, da die Vitiligo (wie auch eine Reihe anderer Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis) gelegentlich nach psychischem Stress sich verschlechtert oder überhaupt erstmals auftritt.(Anmerkung: Denkbar wäre auch, das bei Stress vermehrt Phenylalanin zur Erzeugung des Stresshormons Adrenalin verbraucht wird, was zur Folge hätte, das nicht mehr ausreichend Phenylalanin zur Erzeugung von Melanin zur Verfügung steht.)

Zu 5 und 6.: Manchmal wird berichtet, das erste Symptome der Vitiligo nach starkem Sonnenbrand auftraten, oder nach anderen Hautschädigungen z. B. an exponierten Hautarealen wie den Knien, den Ellbogen nach Hautabschürfungen oder nach operativen Eingriffen an der Haut. Bei Traumata aller Art, insbesondere auch bei Sonnenbrand und bei chemischer Schädigung der Haut spielt das sekundäre Auftreten freier Radikale im Hautgewebe eine Rolle. Überschießendes Auftreten freier Radikale führt zur Zerstörung von Membranen, Zellorganellen ev. auch zu Chromosomenschäden.

Könnte es noch andere Ursachen oder auslösende Faktoren für die Vitiligo geben?
Wir vermuten, daß es neben diesen genannten Mechanismen noch eine Reihe weiterer Mechanismen geben könnte. Auffällig ist nämlich auch, daß die Vitiligo häufiger nach Schwangerschaften (Hormontheorie) und nach erschöpfenden Erkrankungen auftritt. In anderen Fällen schien das Auftreten der Vitiligo auch in Zusammenhang mit einer schwachen Verdauungsleistung zu stehen, sodaß möglicherweise auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen als Ursache in Frage kommt. Dazu würde passen, das eine schwache Schilddrüsenhormonproduktion und niedriger Blutdruck häufig mit Vitiligo einhergehen. Beide Hormone, das Schilddrüsenhormon und das den Blutdruck anhebende Adrenalin aber werden aus der gleichen Substanz gebildet, wie das Melanin, nämlich dem Phenylalanin (bzw. dem Tyrosin), dessen ausreichende Aufnahme aus der Nahrung Grundvoraussetzung für die Bildung von Melanin ist.
Warum reagieren manche Patienten auf gewisse Therapiekonzepte und manche nicht?Insgesamt erscheinen somit die möglichen Ursachen für die Vitiligo recht uneinheitlich, wenn man von den Fällen der genetischen Disposition einmal abzieht.Besonders auffällig erschien uns, aber unter diesen Umständen nicht verwunderlich, daß alle bekannten therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der Vitiligo zwar bestimmte statistischen Erfolgsquoten aufweisen, diese prozentualen Behandlungserfolge aber niedrig liegen, so daß man sich die Frage stellen muß, warum jeweils eine bestimmte Anzahl an Patienten günstig auf die jeweiligen Therapien reagiert und andere wiederum gar nicht.Da es, außer bei einer offensichtlich genetisch bedingten Vitiligo, im Einzelfalle schwer ist, die Vitiligo einer Autoimmunerkrankung, einer degenerativen Nervenerkrankung, dem Stress (den ja viele erleiden, ohne eine Vitiligo zu bekommen) oder einem der anderen Ursachenfaktoren zuzuordnen, gelingt es selten, das jeweils möglicherweise passende Behandlungskonzept von vornherein zielsicher zu planen.

Wie werden die verschiedenen Ursachen der Vitiligo in der „Schulmedizin“ gewöhnlich behandelt und mit welchen Nachteilen ist dabei zu rechnen?

Autoimmunerkrankungen

werden gewöhnlich mit Kortikoiden oder immunsuppressiv wirkenden Substanzen behandlt. Behandlungserfolge mit solchen Mitteln auch bei Vitiligo sind berichtet worden. Allerdings ist die Hinnahme der möglichen Nebenwirkungen einer solchen Therapie nicht mehr gerechtfertigt, wenn eine Autoimmunerkrankungen als Ursache nur vage angenommen werden kann, also nicht mit Sicherheit vorliegt.

Degenerative Nervenerkrankungen

ind schwer zu diagnostizierten, es sei denn, sie sind schwerwiegend. Dies ist aber bei der Vitiligo eher selten der Fall. Für die Therapie solcher Erkrankungen stehen ohnedies kaum Medikamente zur Verfügung, wenn es darum geht, degenerative Nervenerkrankungen reversibel (rückbildend) zu beeinflussen.

Was die Vitiligo als Folge von Hautschädigungen betrifft,

so ist kaum mit therapeutischen Ideen zu rechnen, wenn man von der Transplantation von Melanozyten (Melanin erzeugenden Zellen) einmal absieht. Überdies konnten wir beobachten, daß eine Hautschädigung zwar lokal zur Ausprägung einer Vitiligo führen kann, aber eben nicht stationär im Bereich der Schädigung beschränkt bleibt, sondern sich nach einiger Zeit auch häufig an Hautstellen zeigt, die sicherlich nicht traumatisch geschädigt worden sind.

Was die verminderte Nährstoffaufnahme als Ursache betrifft,

so wären die entsprechenden Defizite an essentiellen Nährstoffen zwar leicht zu beheben, aber Mediziner sind heute noch schwer davon zu überzeugen, daß Nährstoffmängel in unserer überernährten Gesellschaft eine Rolle spielen könnten. Wir sind hier anderer Überzeugung.

Die Bekämpfung von Oxidativem Stress bzw. überschießender Radikalenbelastung

ist zwar mit Mitteln möglich, die praktisch frei von Nebenwirkungen sind, aber auch hier ist die etablierte Medizin noch schwer davon zu überzeugen, dass diese Ursache generell eine größere Rolle spielen könnte und der Beweis für diese Ursache ist im Einzellfall nur schwer zu führen.
Illustration
      THerapie der Vitiligo nach orthomolekularen Gesichtspunkten
Wie könnte eine allgemeine Empfehlung der Behandlung der Vitiligo mit orthomolekularen Supplementen bei diesem uneinheitlichen Ursachenbild aussehen?

Vorauszuschicken ist, daß bei jeder Behandlung der Vitiligo- und das gilt für alle anderen verfügbaren Therapieansätze auch- zusätzlich eine regelmäßige adäquate UV- Bestrahlung erforderlich ist, die den notwendigen Reiz liefert, der die Melanozyten zur Pigmentbildung anregt.

Welche Therapeutika kommen in Frage?.

Grundsätzliches:In unserer Praxis unternehmen wir den Versuch, mit Stoffen, die in ihrem Nebenwirkungspotential gleich Null sind oder gegen Null tendieren, möglichst allen in Frage kommenden Ursachen der Vitiligo entgegenzuwirken, um zu einem einheitlichen Behandlungsschema zu kommen, das für alle Vitiligopatienten, gleich welcher „Vitiligo-Ursache“ wirksam sein kann.Zum Einsatz kommen dabei Mikronutrienten und andere essentielle Nährstoffen, wie Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren, die entweder eine direkte bekannte Rolle bei der Synthese von Melanin spielen, oder als Therapeutika bei degenerativen Nervenerkrankungen wirksam sind, die antioxidative Wirkungen haben oder die generell für einen gesunden Zellstoffwechsel unabdingbar sind. Dabei lassen wir uns auch von dem Gedanken leiten, daß jede Stoffwechselleistung, so auch die der Synthese von Melanin, nur von Zellen erbracht werden kann, die optimal mit Stoffen versorgt sind, die sie für ihr eigenes Überleben benötigen. Neben dieser Grundversorgung müssen diese Zellen (hier speziell die Melanozyten) nun aber zusätzlich vermehrt mit solchen Nährstoffen versorgt werden, die sie für ihre spezifische Stoffwechselleistung zum Nutzen des Gesamtorganismus (hier die Melaninsynthese) benötigen. Ermutigt werden wir bei diesem Therapieansatz durch die Beobachtung, daß eine Repigmentierung von vitiliginösen Hautarealen in den meisten Fällen grundsätzlich möglich ist. Dies kann nur erklärt werden, wenn man davon ausgeht, daß die Melanozyten vitiliginöser Hautareale entweder nicht irreversibel geschädigt sind oder, daß potentielle Melanozytenreserven im gleichen Hautareal vorliegen und aktivierbar sind, oder aus der unmittelbaren Umgebung funktionsfähige Melanozyten einwandern können oder mehrere dieser Möglichkeiten vorliegen. Würden keine solchen Umstände vorliegen, so wäre eine Repigmentierung grundsätzlich unmöglich.

Ohne auf biochemische Details einzugehen, sollen die Stoffe, die aus unserer Sicht hier in Frage kommen kurz charakterisiert werden.

Zur genetischen Disposition:

Die Synthese von Melanin erfordert als Baustein bzw. als Ausgangssubstanz die Aminosäure Tyrosin. Tyrosin wird mit Hilfe des in den Zellen vorhandenen Enzyms Tyrosinase über mehrere Stoffwechselschritte in Melanin umgewandelt. Dieses Enzym benötigt zu seiner Aktivierung das Spurenelement Kupfer.Hier liegen nun bereits zwei Ansatzpunkte zur Verbesserung der Melaninsynthese in Melanozyten, die überhaupt noch zur Melaninsynthese fähig sind. Zum einen ist dies die vermehrte Darreichung des Ausgangstoffes Tyrosin, zum anderen die Erhöhung der Aktivität der Tyrosinase. Dazu ist folgendes zu bemerken: die Therapie mit Tyrosin wurde bereits in entsprechenden Experimenten erprobt. Dabei stellte sich heraus, daß die Gabe von Tyrosin wenig effektiv ist, dagegen aber die Anwendung ihrer Vorläufersubstanz, nämlich dem Phenylalanin. Phenylalanin ist eine sogenannte essentielle Aminosäure, d. h. ein Nahrungsbestandteil, den unser Organismus unbedingt über die Nahrung aufnehmen muß, da er ihn nicht selber erzeugen kann. Es ist ein Bestandteil des Eiweißes. Aus Phenylalanin kann unser Organismus wiederum Tyrosin herstellen. Auch Phenylalanin wurde bei Vitiligo therapeutisch eingesetzt und zwar, im Gegensatzt zum Tyrosin mit recht gutem Erfolg. Warum Phenylalanin in der Therapie der Vitiligo erfolgreicher ist als das Tyrosin, ist nicht wirklich geklärt, auch wenn es hierfür einige Erklärungsversuche gibt. Uns sollte zunächst die Tatsache genügen, daß Phenylalanin wirksam ist. In der Literatur wird von Studien mit relativ kleinen Gruppen (zwischen 14 und 32 Patienten) berichtet, die eine Ansprechquote von bis zu 84 % aufwiesen mit einer Repigmentierung von „befriedigend“ bis zu 100 %.Der zweite Ansatzpunkt besteht darin die Tyrosinaseaktivität zu verbessern. Es ist heute noch nicht möglich, Tyrosinase in einer einnehmbaren oder injezierbaren Form in den Organismus einzubringen, oder durch Gentechniken für eine vermehrte Produktion von Tyrosinase in den Zellen zu sorgen. Möglich dagegen ist es, die Aktivität der im Körper vorhandenen Tyrosinase dadurch zu verbessern, daß ihr Aktivator, das Kupfer, durch Supplementierung vermehrt angeboten wird, so daß eine möglichst große Anzahl von vorhandenen Tyrosinaseenzymen aktiv an der Syntheseleistung von Melanin teilnehmen kann.Dieser bisher geschilderte Ansatz der Verbesserung der Melaninsynthese, kann auch dann zum therapeutischen Erfolg führen, wenn die Vitiligo genetisch bedingt ist. Diese Vermutung stützt sich auf zwei Beobachtungen: Zum einen besteht die Vitiligo auch bei Patienten mit genetischer Disposition nicht von Anfang an, sondern manifestiert sich oft erst im Verlaufe des Lebens, zum Teil sogar erst in den späteren Lebensjahren. Das bedeutet, daß auch bei diesen Patienten vor Beginn ihrer Vitiligoausprägung, die Bildung von Pigment möglich war und dies eben obwohl sie im Bezug auf die Melaninsynthese einen genetischen Defekt haben. Zum anderen kann man bei genetisch disponierten Patienten durchaus auch eine spontane Repigmentierung befallener Hautareale beobachten. Die genetische Disposition ist also keine absolute, sondern bedeutet nur eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwäche in der Bildung von Melanin. Diese Stoffwechselschwäche kann durch eine reiche Versorgung der Melanozyten mit Phenylalanin und Kupfer offensichtlich kompensiert werden.Dieser Weg begünstigt nicht nur bei genetisch bedingter Vitiligo die Synthese von Melanin, sondern die Melaninsynthese ganz generell. Dies zeigt sich auch darin, daß durch die Verabreichung von Phenylalanin und Kupfer die Bräunung der Haut unter UV-Bestrahlung auch in den gesunden Hautarealen deutlich vermehrt ist.Beim Studium der entsprechenden Literatur, mußten wir feststellen, daß es zwar eine Reihe von Studien gibt, die sich mit der Wirkung von Phenylalanin + UV Strahlung bei Vitiligo befaßt und das hier von befriedigenden Erfolgen berichtet wurde, daß es aber unseres Wissens keine Studien gibt, die Phenylalanin und Kupfer gleichzeitig eingesetzt haben. Es ist zwar verständlich, daß man zur Prüfung der Wirkung eines Therapeutikums dieses monotherapeutisch einsetzt, um entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. In der Praxis aber sollte man die synergistische Wirkung der Partner im Stoffwechsel der Melaninsynthese nutzen und also Phenylalanin und Kupfer gemeinsam einsetzen. Selbst Studien zur Wirkung dieser gleichzeitig eingesetzten Substanzen wären wünschenswert, zumal man über die Wirkung des Phenylalanins alleine bereits genügend Informationen gewonnen hat.

Zur Vitiligo als Autoimmunprozeß:

Autoimmunprozesse lassen sich in dadurch beeinflussen, daß man zum einen dafür sorgt, das weniger allergene Substanzen im Körper zirkulieren und sich möglicherweise an körpereigene Strukturen anheften. Das Autreten von allergenen Substanzen im Körper kann vielfältigsten Ursachen haben, die ich hier in der Kürze nicht aufzählen kann. Das Eindringen oder das Entstehen solcher Allergene in den bzw. im Körper zu verhindern wäre ein möglicher Ansatz, ist aber im Einzelfalle nur mit großer Detektivarbeit bezüglich ihrer Quellen zu bewerkstelligen. Darum möchte ich hier darauf nicht weiter eingehen. Allerdings sollte der Therapeut sich mit diesem Ansatz im Einzelfalle befassen. Weniger auf den individuellen Fall bezogen, also für alle Patienten in Frage kommend, ist der Einsatz von Enzympräparaten, die in der Lage sind, zirkulierende und gewebsständige Antigen-Antikörperkomplexe zu "verdauen“, also zu beseitigen und damit dem Immunsystem den Reiz zu entziehen, körpereigenes Gewebe anzugreifen. Eine Enzymtherapie ist vielen Ärzten bekannt und sollte auch bei der Vitiligo in Betracht gezogen werden.Ein weiterer allgemeiner Ansatz in diesem Zusammenhang ist es, immunsupprimierende Substanzen einzusetzen. Dazu geeignet ist das Vitamin E in hoher Dosierung, (mehr als 1200 Einheiten), das sich in solcher Dosierung auch bei einer anderen autoimmunologischen Erkrankung bereits durchgesetzt hat, nämlich der rheumatoiden Arthritis. Bei dieser letztgenannten Krankheit, wirkt es außerdem als Radikalfänger. Eine andere immunregulatorische Substanz ist das Vitamin D, das sich als Salbe oder Creme, lokal appliziert bereits therapeutisch bewährt hat. Studien zu Vitamin E und Vitamin D in oraler Form bei Vitiligo liegen allerdings nicht vor.

Zur neuro-cutanen Entkopplung:

Die Beobachtung, daß Vitamin B12 und Folsäure mit einer Ansprechquote von 35 bis 40% in der Behandlung der Vitiligo wirksam sind, kann nicht ohne weiteres auf einen direkten biochemischen Einfluß auf die Melaninsynthese zurückgeführt werden. Vielmehr scheint hier deren neurothroper Charakter, also deren Wirkung auf das Nervensystem zum Tragen zu kommen. Wenn diese Erklärung zutrifft, so wäre auch noch an ein anderes neurothropes Vitamin zu denken, nämlich an das Vitamin B6, das überdies eine Schlüsselrolle im Aminosäurenstoffwechsel und im Eiweisstoffwechsel spielt. Allerdings gibt es zur Wirkung des Vitamin B6 in der Therapie der Vitiligo unseres Wissens keine klinischen Studien. Wir sind der Meinung, daß neben Vitamin B 12 und Folsäure auch alle anderen neurothropen Vitamine bei der Vitiligo versuchsweise therapeutisch eingesetzt werden sollten.

Neurogene Toxinwirkung als Ursache der Vitiligo:

Stress macht krank. Das gilt allgemein und fast jeder unterliegt Stressituationen, denen er sich nicht entziehen kann. Deshalb soll hier weder über Lebensberatung noch über pharmakologische Stressbekämpfung gesprochen werden, selbst wenn es aus dem Bereich nebenwirkungsfreier Präparate Angebote gäbe. Die Folgen toxicher Substrateeinwirkung auf Zellen kann jedoch ganz allgemein recht gut mit Vitamin C gemindert werden und zwar weil Vitamin C sowohl als zentrale Entgiftungssubstanz, wie auch als Antoxidans wirkt. Überdies ist Vitamin C eine Substanz, die noch inaktive Hormone durch Hydroxilierung aktiviert, was ein weiterer Vorteil sein kann. Insgeamt ist dieser Therapieansatz recht vage (nicht anders als die Theorie über neurogene Toxine als Auslöser an sich). Aber ein Therapieversuch hat keine Nachteile.

Traumatische Schädigungen der Haut und freie Radikale als Auslöser einer Vitiligo:

Bei traumatischen Schädigungen von Geweben spielen, neben mechanischen oder anderen physikalischen oder chemischen Kräften, stets auch freie Radikale als schädigende Agentien eine Rolle. Sie entstehen meist bei den Entzündungen, die auf das Trauma folgen. Freie Radikale können Zellen soweit schädigen, dass sie ihre Funktion einbüßen oder sogar zugrunde gehen. Antioxidantien, die bei akuten Radikalenangriffen präventiv, bei chronischem Geschehen aber auch therapeutisch schützend wirken sind z.B. Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q 10, sowie Taurin und einige andere- alles Stoffe, die ohnedies zum natürlichen Bestand unseres Organismus gehören und in höherer als der üblichen physiologischen Dosis auch eine entsprechend höhere antiradikalische Wirkung haben.
Illustration
      Zusammenfassend setzen wir folgende Stoffe zur Behandlung der Vitiligo ein:
Phenylalanin, Kupfer,
Vitamin B12, Folsäure,
Vitamin B6,
Vitamin E,
Vitamin D,
Vitamin C und Enzyme, wobei wir bei den verschiedenen Patienten, je nach vermuteter Ursache für deren Vitiligo, Dosierungsschwerpunkte innerhalb dieser Substanzen setzen. Erforderliche Dosierungen können bei den verschiedenen Patienten unterschiedlich sein und sollten mit dem Therapeuten abgesprochen werden, weshalb wir hierzu keine allgemeinen Angaben machen wollen. Als Basis für einen gesunden Zellestoffwechsel ganz allgemein aber auch im Bewußtsein der synergistischen Wirkung vieler Vitamine und Spurenelemente untereinander im biologischen System, setzen wir noch ein Multivitamin- und ein Multimineralpräparat mit ein. Zu bedenken ist dabei auch, daß eine längerdauernde Therapie mit Kupfer einen Ausgleich durch die gleichzeitige Gabe von Zink erfordert.Es sei noch einmal daran erinnert, daß eine regelmäßige adäquate UV Bestrahlung stets erforderlich ist.In letzter Zeit versuchen wir auch eine 10% Phenylalanin-Creme lokal zusätzlich einzusetzen, die wir von unserem Hausapotheker herstellen lassen, da in der Literatur von einer verstärkten Wirkung gegenüber der reinen oralen Gabe von Phenylalanin berichtet wurde. Wir werden aber erst in etwa einem halben Jahr darüber berichten können, ob diese auch bei uns die günstige Wirkung unserer bisherigen oralen Therapie noch beschleunigen, oder verbessern kann.
Illustration
      In welcher Form tritt eine Repigmentierung ein, wenn der Patient auf die Therapie anspricht?
Auch bei dem bisher geschilderten komplexen therapeutischen Vorgehen, beobachten wir nur ein langsames Einsetzen der Repigmentierung . Es ist stets mit einer Latenszeit von mehreren bis zu vier Monaten zu rechnen, bevor man eine endgültige Aussage über das Ansprechen der Therapie treffen kann. Manche Patienten reagieren schon nach einem oder zwei Monaten mit einer deutlichen Repigmentierung, andere dagegen erst nach vier manche Nachzügler erst nach fünf Monaten. Die Repigmentierung beginnt, wie bei allen anderen Therapien, die erfolgreich sind, stets in der Form, daß sich kleine Pigmentflecken ausbilden, die sich vergrößern, ineinander fließen, größere Flecken ergeben und im günstigen Falle letztendlich zur vollständigen Repigmentierung der betroffenen Haut führt.
Illustration
      Kosten?
Insgesamt erscheint unser therapeutischer Ansatz von der Menge der zu verwendenden Stoffe her recht aufwendig. Auf der anderen Seite lassen sich viele dieser Stoffe in wenigen Präparaten zusammenfassen. Die Kosten für die Gesamtheit aller Präparate beträgt bei günstigem Einkauf etwa 60 bis 80 EURO pro Monat (je nach individueller Rezeptur).               Hinzu kommen die Kosten für die UV- Bestrahlung, die, je nach Ausprägung der Vitiligo zu Hause mit einem kleineren UV-A Heimgerät (Gesichtsbräuner, Tischgerät) oder mit einem größeren Gerät (Standgerät, Liege) zu Hause oder im Sonnenstudio stattfinden kann. Zusätzlich, aber nicht unbedingt erforderlich, wäre eine zusätzliche Betrahlung mit UV-B erstrebenswert. Solche UV-B Bestrahlungsgeräte kann man kaufen (ziemlich teuer) oder preisgünstiger mieten. Auch solche UV-B Bestahlungsgeräte haben unterschiedliche Größe. Im letzteren Falle (UV-B) sollte man eine Erstattung der Geräte-(Miet-) Kosten bei der Kasse oder der Verischerung beantragen. Diesen Antrag für Erstzkassen besprechen Sie mit Ihrem Kassenarzt (Formulare dafür liegen uns vor). Sollten Sie privat versichert sein, so werden wir diesen Antrag für Sie schreiben.
Illustration
      Nebenwirkungen?
Mit Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen, wenn man von gelegentlichem Übelkeitsempfinden absieht, das von der individuellen Empfindlichkeit des Patienten abhängt, und das sich zumeist durch die Verwendung von Natriumbicarbonat zur Beruhigung des Verdauungstraktes beherrschen lässt und meist auch durch Gewöhnung vergeht. Wir konnten eher beobachten, daß sich die meisten Patienten unter dieser Therapie allgemein sowohl psychisch wie körperlich besser fühlten als vor dieser Therapie. Dies ist nicht verwunderlich, da es sich bei allen Stoffen um für den Körpern generell nützliche Substanzen handelt.
Illustration
      Vitiligobehandlung: Heilung oder nur Symptomenbehandlung?
Abschließend muß gesagt werden, daß wir davon ausgehen müssen, daß die Vitiligo auch in den therapeutisch erfolgreichen Fällen (heute noch nicht) heilbar im eigentlichen Sinne des Wortes ist. Dies trifft zumindest für die genetisch bedingte Vitiligo zu. Eine wirksame Behandlung wird die kosmetisch störenden aber ansonsten ungefährlichen weißen Hautareale wieder repigmentieren, möglicherweise aber nicht die Disposition unpigmentierte Hautstellen zu entwickeln „heilen“. Deshalb könnte es erforderlich sein, nach erfolgreichem Abschluß der Therapie, die verordneten Stoffe zwar in einer deutlich geringeren Dosis aber eben doch weiter einzunehmen, oder, wenn dies aus Kostengründen nicht möglich ist, die Therapie dann wieder aufzunehmen, wenn sich nach Monaten oder Jahren wieder Depigmentierungen einstellen sollten.
Illustration
      Schlußbemerkung
Eine Reihe der von uns angewendeten Therapeutika bei Vitiligo sind seit längerem als wirksam bekannt, auch wenn sich deren Effektivität in Grenzen hält. Neben einigen zusätzliche Stoffen, die wir empfehlen, könnte das neue bei unserem Therapieansatz sein, daß wir alle diese bewährten Wirkstoffe in der Kombination einsetzen, da sie hierdurch ihre synergistische Wirkung entfalten können. Überdies versuchen wir mit diesem Konzept, den verschiedenen möglichen Verursachern der Vitiligo gleichzeitig entgegezuwirken, was mit den häufiger angewendeten Monotherapien nicht gelingen kann. Dadurch konnten wir die Ansprechquote auf die Behandlung im vergleich zu den bisher mitgeteilten Ansprechquoten auf solche Monotherapien deutlich verbessern. Und dies nicht nur ohne Nebenwirkungen, die bei manchen anderen Therapien berichtet werden, sondern sogar unter häufig von Patienten mitgeteilten Verbesserungen des Allgemeinbefindens.
Illustration
      Ein Wort zur orthomolekularen Medizin
In unserer Praxis therapieren wir nach den Prinzipien der sogenannten orthomolekularen Medizin. Diese setzt essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Aminosäuren, Fettsäuren etc. therapeutisch ein. Dabei geht es zwar auch darum, eventuelle objektive Mängel in der Versorgung mit solchen Stoffen auszugleichen. Es geht aber vornehmlich auch darum, diese Stoffe in höheren Dosen einzusetzen, sodaß sie auch ohne das Vorliegen eines objektiven Defizits therapeutische d.h. pharmakologische Wirkungen erzeugen. Diese Bemerkung scheint mir notwendig, da heute noch viele Therapeuten der Ansicht sind, daß solche Stoffe nur dann angewendet werden sollten, wenn nachweisbare Mängel vorliegen. Diese Haltung lässt nach Ansicht der Orthomolekularmediziner das nachweisbare große therapeutische Potential höherer, also pharmakologischer Dosierungen dieser Stoffe als wirksame „Arzneimittel“ bei vielen Krankheiten und Symptomen ungenutzt. Literatur: Demjenigen, der mehr über die orthomolekulare Medizin erfahren möchte, sei das Buch „Burgersteins Handbuch Nährstoffe“ von Lothar Burgerstein im Haug Verlag als Lektüre empfohlen. Ein weiteres Buch, das über das Problem moderner Ernährung und die (mangelhafte) Versorgung mit essentiellen Nährstoffen in unserer Zeit berichtet ist „Postmoderne Ernährung“ von Furtmayr-Schuh im Trias Verlag. Ein Buch zum Thema orthomolekulare Medizin für Ärzte ist „Nutriologische Medizin“ von Melvyn R. Werbach im Hädecke Verlag, das auch Referenzen zur Behandlung der Vitiligo enthält. Es enthält auch alle weiteren Informationen und Quellenangaben zu allen oben aufgezeigten Mechanismen, über die ich die Wirkung der oben empfohlenen Stoffe bei Vitiligo zu erklären versucht habe, weshalb ich hier auf eine Auflistung von Quellenangaben verzichtet habe.
Illustration
      Glossar / Worterklärungen

(Begriffe in der Reihenfolge, wie im Text)


Autoimmunprozeß:

Ein Prozess, bei dem das Immunsystem sich gegen körpereigenes Gewebe richtet

Neuro-cutane Entkoppelung:

Abtrennung des Nervensystems (und seiner Impulse) vom Gewebe der Haut

Neurogene Toxinwirkung:

Neurogen = vom Nerven ausgehend; Toxin = Gift

Traumatische Schädigung:

Trauma = Auslöser einer Schädigung

Oxidativer Stress:

Durch Sauerstoff oder Sauerstoffvarianten vermittelter biochemischer Stress, der zur vermehrter Oxidation von Molekülen oder Geweben führt

Radikalentheorie: 

„Freie“ Radikale sind aggressive Verbindungen oder Molekühle die andere Molekühle (oxidativ) schädigen

Antiradikalische Wirkung:

Wirkung von Substanzen, die freie Radikale in weniger aggressive Substanzen umwandeln

Disposition:

Veranlagung, Bereitschaft

phänotypisch:

v. Erscheinungsbild her

Hashimoto Thyreoiditis:

Schilddrüsenerkrankung bei dem Schilddrüsengewebe vom eigenen Immunsystem zerstört wird

Melanozyten:

Melanin= brauner Farbstoff der Haut Melanozyt = Zelle die Melanin bildet

Psoriasis:

Schuppenflechte; eine Erkrankung der Haut

Neurodermitis:

Chronisch entzündliches Hautekzem

Melanin:

Brauner Farbstoff der Haut

Kortikoide:

Kortisonähnliche Substanzen


Immunsuppressiv:

Das Immunsystem unterdrückend oder dämpfend

Mikronutrienten:

Mikronährstoffe wie Spurenelemente und Vitamine

Essentielle Nährstoffe:

essentiell= unbedingt notwendig; kann im Körper nicht erzeugt werden, ist aber lebensnotwendig; muß mit der Nahrung aufgenommen werden

Synthese:

Herstellung, Erzeugung

Aminosäure:

Eiweiß setzt sich aus 20 verschiedenen Aminosäuren zusammen

Enzym:

Ein Biokatalysator; ist notwendig um biochemische Reaktionen zu beschleunigen

Tyrosinase:

Ein Enzym, das notwendig ist, damit Tyrosin in andere Substanzen umgewandelt werden kann, z.B. in DOPA und weiter in Melanin

Injezierbar:

Geeignet um gespritzt zu werden

Aktivator:

Enzyme (Biokatalysatoren) wirken oft erst, wenn ein Aktivator (hier Kupfer) gegenwärtig ist

Supplementierung:

Verabreichung eines notwendigen (z.B eines orthomolekularen) Stoffes

Monotherapeutisch:

Therapie mit nur einem Stoff oder nur einer Methode allein

Synergistisch:

In die gleiche Richtung wirkend

Allergene Substanzen:

Substanzen; die Allergien auslösen

Antigen-Antikörperkomplexe:

Ein fremder Stoff (=Antigen) bildet mit einem vom Immunsystem stammenden Abwehrstoff einen Komplex, den der Körper normalerweise eliminiert. Manchmal werden diese Komplexe nicht ausreichend beseitigt und lagern sich an Geweben an, wodurch sie das Immunsystem zum Angriff auf diese Gewebe veranlassen

Rheumatoide Arthritis:

Entzündliche Gelenkserkrankung;
Rheuma

Radikalfänger:

Fängt freie Radikale ab (siehe weiter oben!)

Immunregulatorisch:

Das Immunsystem im Sinne eines Ausgleichs zwischen zu starker und zu schwacher Reaktion beeinflussend

Neurothrop:

Das Nervengewebe unterstützend; auf das Nervengewebe gerichtet

Glutathion:

Ein Enzym und Antioxidans, das aus drei Aminosäuren besteht

Coenzym Q 10

Ein Enzym, das bei der Energiegewinnung eine zentrale Rolle spielt und ein starker Radikalenfänger ist

Taurin:

Eine der 20 Aminosäuren

Natriumbikarbonat:

"Natron"; hat entsäuernde Wirkung im Körper

nach oben
Counter